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Geschichte

40 Jahre Grundschule Harheim - Auszüge aus der Festzeitschrift

Inhalt

 

40 Jahre ist die Grundschule Harheim von Brigitte Gaiser

40 Jahre ist die Grundschule Harheim nun schon in den Schafgärten zu Hause. Seit 40 Jahren sitzen, lernen und arbeiten alle Harheimer Kinder in diesen Räumen, in diesem Haus und spielen in den wohlverdienten Pausen auf diesem Schulhof. Je länger man dem Gedanken nachgeht, um so inhaltsschwerer wird er, um so klarer tritt die Verbundenheit der Harheimer Bevölkerung mit diesem Gebäude und der Stellenwert dieses Hauses im Ort hervor.

Zwar steht nun das Haus seit vier Jahrzehnten unverändert. Aber das Leben und Arbeiten innerhalb hat sich in dieser Zeit doch ungeheuer gewandelt. Beim Durchblättern dieser Schrift stößt man auf etliche interessante Beiträge, die dies sehr anschaulich verdeutlichen. Am meisten beeindruckt die ungeheure Dankbarkeit, mit der nach viel Mühe und großen Opfern vieler Menschen dieses Haus in Besitz genommen wurde und das hieraus selbstverständliche Ziel, die Kinder zu Achtsamkeit und Ordnung zu erziehen, damit alle nachfolgenden Generationen ein ebenso schönes Schulhaus vorfinden mögen, in dem sie mit ebenso viel Freude arbeiten können. Letzteres ist gelungen und wir können dafür heute unseren Dank sagen.

Zu allen Zeiten wollte man Kinder durch die schulische Erziehung auf das Leben vorbereiten, sowohl was Fähigkeiten, Fertigkeiten und Wissen betrifft als auch im Hinblick auf soziale Verhaltensweisen, die jeweils den Wertvorstellungen der betreffenden Zeit entsprachen. So arbeiten wir heute mehr denn je zusammen mit den Eltern auf diese Ziele hin. Wir, das ist das Kollegium der Schule, bestehend aus acht Kolleginnen, der Englischlehrerin, der katholischen Gemeindereferentin, der evangelischen Pfarrerin und der Schulleitung. Das Hessische Schulgesetz gibt die Möglichkeit zur intensiven Zusammenarbeit und die Eltern unserer Schüler helfen mit ihrer Kooperationsbereitschaft dabei, der Zeit dicht auf den Fersen zu bleiben.

Im Mai 1995 übernahm ich die Schulleitung dieser schönen, kleinen Schule, die noch umgeben ist von unverfälschter Natur, obwohl sie am Rande der Großstadt liegt. Mein erstes Anliegen war, möglichst schnell einen Förderverein zu gründen, um der Schule auch von dieser Seite her Unterstützung zu schaffen und zu sichern. In vielen Gesprächen brachte ich Anregungen für dieses Vorhaben ein um so die Idee voranzutreiben. In der im Herbst 1996 zum Vorsitz des Schulelternbeirats gewählten Frau Marion Köhler war dann schließlich die Person gefunden, die die ganze Vorbereitung für Gründung, Eintragung ins Vereinsregister und Anerkennung beim Finanzamt in die Hand nahm. Im Januar 1997 konnte der Verein gegründet werden, im März desselben Jahres war er ins Vereinsregister eingetragen und als gemeinnützig anerkannt.

Der Vorstand des nun gegründeten Fördervereins machte sich sofort an die Arbeit, das Englisch-Projekt als nächsten Schritt in die Zukunft vorzubereiten. Nachdem ich in meinem eigenen Unterricht schon an anderen Schulen interessante und sehr wichtige Erfahrungen mit Fremdsprachen in der Grundschule gesammelt hatte und zwar sowohl mit Englisch- als auch Französischunterricht schon im ersten Schuljahr, führte Frau Köhler nun eine Umfrage in der Elternschaft durch um die Zustimmung für einen solchen Plan auszuloten. Das Ergebnis war überwältigend, weit über 90% aller Eltern wünschten Englisch als Fremdsprache für ihre Kinder. Eine Englischlehrerin wurde gesucht und schnell gefunden. Seit November 1997 nehmen alle Kinder bis auf wenige Ausnahmen am freiwilligen Englischunterricht teil. Die Lehrerinnen wechselten noch einige Male, weil sie uns, kaum dass sie sich eingearbeitet hatten, vom Schulamt wieder weggenommen wurden. Mit Mrs. Tourish haben wir aber nun schon seit fast zwei Jahren eine Englischlehrerin, der es so gut an unserer Schule gefällt, dass sie auch ihre eigenen Kinder zu uns bringt. Mit ihr sind wir im Kollegium nun, alle inbegriffen, 12 Lehrerinnen.

An dieser Stelle sollen nun die Lehrer und ihre Klassen vorgestellt werden. Schnell wird deutlich, wie jede Lehrerin sich über das vorgeschriebene Maß ihrer Unterrichtsverpflichtung hinaus für das Wohl der ganzen Schule engagiert.

Frau Probst kümmert sich mit Umsicht und Erfolg um alles, was eine Vorklasse zum Lernen und Gedeihen braucht und darüber hinaus auch um den Schulgarten. Ihre Klasse besteht in diesem Jahr aus 21 Kindern.

Frau Kämpfer führt die Klasse 1a mit 7 Mädchen und 10 Jungen. Ihr Schwerpunkt ist alles Musikalische und – ganz besonders – die Suchtprävention. Sie ist außerdem die gewählte Stellvertreterin der Schulleiterin und Sicherheitsbeauftragte der Schule.

Die Klassenlehrerin der Klasse 1b ist Frau Döppes. Sie hat 7 Mädchen und 10 Jungen in der Klasse und hat sich jetzt besonders um den Einsatz der beiden vorhandenen Computer im Unterricht angenommen. Zuständig ist sie auch für den Datenschutz.

Frau Marquart führt die Klasse 2a mit 8 Mädchen und 10 Jungen. Basteln und Handarbeiten sind ihre Schwerpunkte. Sie sorgt dafür, dass alte Lehrmittel wieder funktionsfähig gemacht werden.

Für die 6 Mädchen und 11 Jungen der Klasse 2b ist Frau Peter zuständig. Sie legt besonderen Wert auf alles Künstlerische und ist außerdem die Personalrätin.

Frau Meier ist die Klassenlehrerin der Klasse 3a, die mit 13 Mädchen und 11 Jungen eine der beiden größten Klassen der Schule ist. Sie kümmert sich besonders um alle sportlichen Aktivitäten der Schule, um die Klassenbüchereien und um die Lehrmittelsammlung.

Die Klasse 3b wird von Frau Krämer geführt, sie hat 11 Mädchen und 12 Jungen. Frau Krämer ist ebenfalls im Sport engagiert und betreut außerdem die Lernmittelfreiheit, d.h. alle Schulbücher für die Kinder.

Frau Klingmann ist Klassenlehrerin der beiden vierten Klassen. 6 Mädchen und 7 Jungen besuchen die 4a, 7 Mädchen und 7 Jungen sind in der 4b. Der Schwerpunkt von Frau Klingmann ist Werken und Textiles Gestalten. Außerdem koordiniert sie die Verkehrserziehung für alle Klassen.

Frau Tourish unterrichtet Englisch, Frau Buchberger evangelische Religion und Frau Christe katholische Religion.

In allen Klassen sind Kinder und Lehrer fröhlich, engagiert und sehr fleißig an der Arbeit. Die Lernschritte werden im Plenum vorbereitet und dann entweder selbständig in der Wochenplanarbeit verfolgt oder in Partner- und Gruppenarbeit erreicht.

Der Vormittag ist gegliedert durch das Frühstück, das alle Kinder in ihren Klassen mit ihrer Lehrerin gemeinsam einnehmen, und durch die Schulhofpausen, zu denen noch immer die schon vor 40 Jahren bestaunte, elektrische Schulglocke ruft. Beim Klettern am Klettergerüst, beim Turnen an den vom Förderverein errichteten Reckstangen, bei Fußball- und anderen Spielen verschaffen sich die Kinder ihren Ausgleich zur konzentrierten Arbeit im Klassenzimmer. In der trockenen Jahreszeit von Frühjahr bis Herbst gibt es zur Abwechslung noch zusätzlich eine ganze Tonne voller Springseile und anderer Kleingeräte.

Herausragend in diesen Arbeitsphasen sind natürlich die Ausflüge in die Stadt, in die Museen, in den Zoo und den Palmengarten, vor allem aber auch die Wanderungen hinaus in die Natur.

Alle vier Jahre veranstalten wir ein Schulfest, so dass jedes Kind im Verlauf seiner Grundschulzeit einmal daran teilnehmen kann. In den dazwischen liegenden Jahren findet, meistens kurz vor den Sommerferien, eine Projektwoche statt. Jede Klasse wählt sich dafür ein Thema aus, an dem dann alle Kinder, teilweise in unterschiedlicher Aufgabenstellung, eine ganze Woche lang so arbeiten, dass die Aspekte aller Unterrichtsfächer abgedeckt sind. Fachunterricht gibt es in der Projektwoche nicht.

Auch Feiern und Feste veranstalten wir für die ganze Schule gemeinsam. Da findet zu Beginn des Schuljahres nach dem ökumenischen Gottesdienst die Einschulungsfeier statt, an der immer mehrere Klassen mit Darbietungen beteiligt sind, damit der Eintritt in die Schule den Kindern und deren Eltern in guter und schöner Erinnerung bleiben kann.

Am letzten Tag vor den Weihnachtsferien treffen sich alle Klassen auf dem Schulhof zum gemeinsamen Weihnachtssingen.

Im Sommer findet das nun schon seit fünf Jahren traditionelle Sportfest in Zusammenarbeit mit dem TV 1822 Harheim statt. Durchgeführt werden Leichtathletik-Dreikämpfe und Gelände- oder Geschicklichkeitsspiele.

Vor den Sommerferien verabschieden wir in einer Feier die vierten Klassen, die dann ihre Schulzeit an den weiterführenden Schulen fortsetzen werden.

Der Mittelpunkt des gesamten Schulbetriebes befindet sich im Sekretariat bei Frau Geib. Hier ist die Telefonzentrale und auch der Sammelpunkt für den gesamten Schriftverkehr. Außerdem ist Frau Geib die Anlaufstelle für die Eltern der Schüler, für das Kollegium, die Hausmeisterei und die Schulleitung. Hier findet man immer ein offenes Ohr und einen guten Rat für alle Anliegen. Das wissen auch die Kinder zu schätzen, wenn sie sich nach einem Sturz auf dem Pausenhof Pflaster aufs Knie, einen Eisbeutel auf die Beule an der Stirn oder auch nur ein paar Trostworte holen.

In Haus und Hof sieht unser Schulhausverwalter nach dem Rechten. Herr Kanthak hat ein waches Auge für alles, was verändert oder repariert werden muss. Kleinreparaturen führt er noch immer selbst durch. Bleibt ihm ein wenig freie Zeit, malt er mit bunter Farbe Hüpfkästchen für die Kinder auf den Schulhof, richtet die schuleigenen Fahrräder für die Verkehrserziehung oder stellt für den Förderverein den Schaukasten am Eingang zum Schulhof auf. Ihm zur Seite steht Frau Kanthak. Sie setzt ihre ganze Kraft dafür ein, dass unser Schulhaus immer blitzt und blinkt. Darum werden wir von Besuchern aus anderen Frankfurter Schulen stets sehr beneidet.

Bei allen am Schulbetrieb Beteiligten – den Kindern, deren Eltern, den Elterngremien, dem Förderverein, allen Mitarbeitern, dem Kollegium, den Kirchen und nicht zuletzt der ganzen Gemeinde Harheim – möchte ich mich nun sehr herzlich bedanken für die Zusammenarbeit, für Rat und Tat bei einzelnen Projekten und für die vielen Anregungen, die wir immer wieder von Ihnen allen bekommen. Es ist gut und hilfreich, Ihr Wohlwollen und Ihre Unterstützung zu spüren bei unserer schulischen Bemühung, die Kinder zu lebenstüchtigen Menschen zu erziehen. Danke!

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Grußwort zum 40jährigen Jubiläum von Jutta Ebeling  

Der Grundschule Harheim

Liebe Schulgemeinde,

zum 40jährigen Bestehen der Grundschule Harheim möchte ich Ihnen allen herzlich gratulieren.

Mit 40 steht ein Mensch in der Blüte seiner Jahre – genau so, scheint es mir, geht es Ihrer Schule. Am Stadtgrand gelegen, noch im Grünen, wo der Kreislauf der Natur die Bewohner/innen mit Freude erfüllt und ihre Blicke in die Weite schweifen können – ein idealer Platz für Kinder, erwachsen zu werden.

Das erst seit 1972 selbständige Dorf Harheim führt auch immer noch ein gewisses Eigenleben. Das hat dazu geführt, dass es bis heute sein Brauchtum mit seiner Kerb, seinen Festen und Umzügen mit Blasmusik bewahrt und bewusst gepflegt hat. Kirche, Schule und die von der Privatinitiative der Bürger getragenen Vereine waren jahrhundertelang die alleinigen Vermittler höherer Kulturgüter.

Die Natur zu erhalten bedeutet aber auch Verpflichtung. In der Schule wird dies mit Herz und Verstand vorgelebt. So ist es z.B. eine Schultradition, dass ein Teil der Erlöse der Schulfeste für einen guten Zweck verwendet wird. Ob dies eine Tierpatenschaft für einen Nashornleguan im Zoo ist, ein Waisenhaus im indischen Goa oder ein integrativer Kindergarten – den Nöten anderer nimmt man sich an der Schule mit viel Einfühlungsvermögen an.

Auch die gemeinsamen Sportfeste mit dem TV Harheim führen die Kinder an den Sport heran und von der „Glotze“ weg. Auf diese Weise wird in Harheim die vielfach geforderte „Öffnung von Schule“ vorgelebt.

Eine weitere Besonderheit hat Ihre Schule zu bieten: Als einzige Schule in Frankfurt am Main wird hier Englisch von der ersten bis zur vierten Klasse unterrichtet, eine Initiative, die dem Förderverein zu verdanken ist.

Das sehr schön gepflegte Schulhaus mit der noch weitgehend ursprünglichen Ausstattung erstaunt so manche Besucher und zeigt nach außen, wie es im Inneren aussieht: Ein schönes, harmonisches und fröhliches Arbeiten der 12 Lehrerinnen und der 170 Schüler/innen nebst ihren Eltern.

Ich wünsche der gesamten Schulgemeinde noch viele weitere engagierte und frohe Jahre.

Jutta Ebeling
Dezernentin für Schule und Bildung

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Schultelternbeiratsvorsitzender der Grundschule Harheim Bernd Sommerfeld

Das 40 jährige Bestehen des "neuen" Harheimer Grundschulegebäudes wird gefeiert. Ein Gebäude, ein Haus feiern - eigentlich ein komischer Gedanke.

Was gibt es denn an diesem Gebäude zu feiern? Seine besonders reizvolle Architektur, seine reizvolle Lage.........oder der Stellenwert, den es im Leben vieler (aller) Harheimer eingenommen hat und noch immer einnimmt.

Ein Grundschulhaus ist im eigentlichen Sinne ein öffentliches Haus. Jede und jeder hat schon einmal Einblick genommen in dieses Gebäude, hat Erinnerungen über das, was innerhalb der Mauern so passiert. Niemand geht an diesem Haus ohne besondere Emotionen, seien sie nun negativ oder positiv vorbei. Besonders deutlich wird dies, wenn man nach Jahren wieder in dieses Haus eintritt. Es ist nicht irgendein Haus.

Ein Schulhaus ist aber immer auch ein Haus des Lernens. Wir alle wissen, dass dazu eine entsprechende offene und freundliche Atmosphäre gehört. Und dieses Schulhaus zeigt sich auch freundlich und athmosphärisch offen – helle große Fenster, lichte Flure, ein schönes weites Außengelände, Natur –

Der Wunsch für die Schüler und Schülerinnen jetzt und in Zukunft kann nur der sein, dass die Gestaltenden diese Chancen des Hauses zu nutzen und zu mehren wissen, so dass es zu einer sich gegenseitig befruchtenden lebendigen Athmosphäre des Lernens kommt. Wir wünschen uns, das die jetzigen und die zukünftigen SchülerInnen mit positiven Erinnerungen diesem Haus in der Zukunft sich wider nähern können.

Der Elternbeirat versteht sich an dieser Stelle als Vertreter aller Eltern und aller Kinder, er versteht sich als kritischer aber kooperativer Partner der Lehrerschaft. Wir engagieren uns gerne um an der Gestaltung der Harheimer Grundschule aller mitzuwirken.

Ich wünsche der Harheimer Grundschule eine schöne Zukunft und den Mut zu lebendiger Offenheit.

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Ostern1960 - der Umzug von Brigitte Gaiser

wurde sehr genau vorbereitet. Währenddessen gingen die letzten Arbeiten im neuen Schulhaus ihrer Vollendung entgegen. Landwirt Herr Jean Schmidt, Tempelgasse, stellte die Wagen zum Transport zur Verfügung. Ganz nach Plan vollzog sich hier der Auszug und dort der Einzug, denn alles war gut verpackt und nummeriert. So kam gleich einer Eimerkette jedes Paket ohne Lauferei und ohne Lärm sofort in seine neue Behausung. Jedes Kind zog im neuen Schulhaus Pantoffeln an. Das war die erste Einübung für eine Gewöhnung an Ruhe, Ordnung und Sauberkeit. Unser neuer Bodenbelag blieb dadurch fast ohne Schmutz. Und das nach einem Umzug einer ganzen Schule! Die Kinder selbst waren stolz auf diese Leistung!

Am Samstag, den 30.April 1960,durften wir dann die Einweihung des schönen Hauses erleben.

Treffpunkt um 14°° Uhr war der Hof der alten Schule.

Zum letzten Mal dort ein Gedicht:

„Ich weiß ein großes, altes Haus,

da gingen viel Kinder ein und aus.

Sie waren vergnügt bei fröhlichem Spiel,

sie sangen und sprangen und konnten auch viel

und machten den lieben, langen Tag

gar manchem Müh‘ und reiche Plag‘.

So verging die Zeit.

Und eh‘ man’s gedacht,

hat 1960 das neue Haus gebracht.

Nun ist die alte Schule aus.

Wir müssen heut‘ fort aus dem alten Haus.

Doch sind wir einmal groß und klug geworden

und schau’n zurück in die Vergangenheit,

dann werden wir - wie heute – dankbar sprechen:

„Im alten Schulhaus war es eine schöne Zeit!“

Klassenweise vollzog sich von dort der Abmarsch. Voran die Trommler und Pfeifer und die Musikkapelle. Der Feierlichkeiten wegen war der Schul-Feldweg noch schnell fein gemacht worden! Alle Harheimer waren unterwegs. Jeder wollte dieses große Ereignis miterleben.

Und in der Tat: dieser 30. April 1960

war wert, gefeiert zu werden. Alle Sorgen, Mühen und Lasten gingen unter in der Freude und dem Glück, nun endlich ein ganz neues, ganz modernes Schulhaus in schönster Lage zu besitzen!

Noch am Vormittag waren die letzten Arbeiten am weichen, roten Schulhofbelag getan worden. Nun umstanden erwartungsvoll die Kinder im Halbkreis das Rednerpult. Die Eltern füllten die Pausengänge. Alle Vereine waren bereit, zur Verschönerung der Feier beizutragen.

Punkt für Punkt des Programms kam dran, wenn auch das Wetter reichlich kühl war.

Das erste Gedicht wurde von Vertretern aller Klassen gesprochen:

1.Schj.

„Der Tag, wonach wir oft verlangt,

ist da, ein Tag der Freude!

Denn hell in frischen Farben prangt

Das neue Schulgebäude.“

2.Schj.

„Wie schön und schmuck es vor uns steht,

wie wir es kaum erträumet,

die Fahne kühn vom Maste weht,

von Blumenschmuck umsäumet.“

3.Schj.

„Und Gäste sind von nah und fern

zum Weiheakt erschienen.

Ihr Kommen sagt uns, daß sie gern

Der Schule wollen dienen.“

4.Schj.

All denen Dank, die mitgeplant,

Handwerk und Kunst verbanden,

und die dem Werk den Weg gebahnt,

daß es nun ist erstanden.“

5.Schj.

„Auch Dank für jeden Tropfen Schweiß

sei allen zugerufen,

die uns mit ihrer Hände Fleiß

die schöne Schule schufen.“

6.Schj.

„Die Dankbarkeit uns alle heißt,

das Haus so zu erhalten,

daß darin Liebe, edler Geist

und frohe Arbeit walten.“

7./8.Schj.

„Doch höchster Dank an dieser Statt

gehört dem Herren droben,

der alles Tun gesegnet hat:

laßt Ihn uns herzlich loben!“

Die erste Enttäuschung: ach, wie ganz anders klangen die Worte hier vor so viel-en Zuhörern! Beim Üben hatte sich alles so forsch angehört.

Herr Bürgermeister Quirin

begrüßte alle Gäste und dankte besonders für die großzügige finanzielle Unterstützung durch Land und Kreis. Er wandte sich im besonderen an die Jugend, nun auch zu nützen, was ihr in diesem Haus geboten werde, um einmal selbst Bauer und Verteidiger des demokratischen Staates sein zu können.

Herr Regierungsschulrat Lohfink

überbrachte die Grüße des Herrn Regierungspräsidenten in Darmstadt. Er wünschte, diese Schule möge eine Schule der offenen Türen und Fenster werden und Eltern und Lehrer zu guter Partnerschaft zusammenschließen.

Herr Landrat Milius

umging geschickt die Tatsache, daß wir so spät erst – als 50.Gemeinde des Kreises Friedberg – zu einer neuen Schule kamen, mit der Ankündigung, dafür aber auch die erste Landgemeinde zu sein, die in absehbarer Zeit eine moderne Turnhalle erhalten solle.

Herr Schulrat Sehnert

fand gute Worte für die Kinder, alles zu hegen und zu pflegen und selbst zu wachsen an dem, was ihnen nun geboten werden könne. Die Väter im besonderen bat er, besorgt darum zu sein, daß sie Erzieher und nicht nur Ernährer ihrer Kinder seien.

Herr Pfarrer Sommer

sprach in großer Herzlichkeit seine Segenswünsche aus

und ebenso Herr Pfarrer Alester von der evangelischen Gemeinde.

Der Elternbeiratsvorsitzende , Herr Diehl,

wünschte Lust und Liebe zum Lehren und zum Lernen.

Nach der sehr aufschlußreichen Rede des Herrn Architekten Hohmann empfing

Herr Bürgermeister Quirin den kunstvollen Schulschlüssel, den er mit herzlichen Wünschen an mich weitergab.

Meine Erwiderung:

„Ich übernehme die Schlüssel zu dem neuen Schulgebäude im Namen unseres Kollegiums un der Kinder mit einem Wort ganz großen, herzlichen Dankes an alle diejenigen, welche mit Kopf und Hand und Herz an der Errichtung dieses prächtigen Baues mitgewirkt haben. Ich darf danken unserer hohen Schulbehörde in Wiesbaden, in Darmstadt und Friedberg. Ich danke auch in unser aller Namen allen, welche die Mittel flüssig gemacht haben zur Verwirklichung der großen Pläne. Ganz besonderer Dank sei gesagt unserem Herrn Bürgermeister Quirin, der in nimmermüder Bereitschaft ungezählte Stunden dafür geopfert hat, aber auch allen Herren der Gemeindevertretung und des Gemeindevorstandes, die große finanzielle Sorgen auf sich genommen haben, um unseren Kindern dieses moderne, schöne Haus zu schenken.

Nicht vergessen sollen sein all die Vielen, die bis zur letzten Minute unverdrossen gewirkt haben, daß das Haus so bräutlich dasteht.

Am Montag vor einem Jahr ist der Grundstein zu diesem Haus gelegt worden. Wer von uns hat damals auch nur geahnt, wie schön übers Jahr die ganze Schulanlage werden würde!

Sehr geehrte Festversammlung!

Aus Anlaß dieser heutigen Feier habe ich einmal die alte Schulchronik durchblättert. Wie ein düsterer Schatten hat es sich da schwer auf mein Gemüt gelegt: In welch unvorstellbaren Armut wurde hier in unserem Harheim vor 150 Jahren im ersten Schulhüttchen gearbeitet! Sie wissen ja als Ortsbürger, es war das winzige, erbarmungswürdige Häuschen im Hof der Erbsengasse 3.

1837 erwarb dann die Gemeinde das Anwesen, welches – freilich umgebaut – uns bis zum Schuljahrsschluß 1960 beherbergt hat. Schulraumnot und Lehrernot sind das Signum unserer Tage. Auch wir haben jahrelang unter diesen harten Zeichen der Zeit gestanden und mehr als einmal gestöhnt über den nervenzerreißenden Lärm, der uns in der Enge des alten Hauses von früh bis spät umgab.

Um so dankbarer sind wir nun für die sehr wohltuende, ausgewogene Schönheit dieses neuen Hauses und seiner Grünanlagen. In einer Flut von Licht und Weite, in einer gediegenen Eleganz dürfen wir nun froh arbeiten, in einer nie gekannten Stille dieser wundervollen Umgebung uns besinnen und inne werden, daß der Mensch keine Maschine ist, sondern eine einzigartige Idee Gottes, geschaffen für letzte und ewige Herrlichkeiten!

Aller Unterricht soll führen zum beseelten Wissen und durchgeistigten Können. Als Erzieher sind wir sicher alle mit heißem

Herzen bemüht, unser Bestes einzusetzen, um den Kindern die Fülle un den Sinn des Lebens aufzu-schließen, sie nicht zu Ansichten und Meinungen, sondern zu Einsichten zu führen und ihnen das rechte Verhältnis zwischen Verantwortung und Anspruch zu erschließen.

Wie froh sind wir für all die modernen Unterrichtshilfen, die uns nun die neue Schule bietet. Vor allem aber bin ich glücklich, daß wir endlich dem großen Anliegen einer zeitnahen Mädchenbildung mehr gerecht werden dürfen. Frauliches Wesen und frauliche Lebensaufgaben finden nun mehr Berücksichtigung im hauswirtschaftlichen Unterricht. „Die Kultur der Seele ist die Seele der Kultur!“ Diese Küche allein ist ein Edelstein!

Sicher , wir wollen keine Tüchtigkeitsgespenster heranbilden! Aber die Liebe zum geordneten und schönen Haushalt beginnt nicht beim Fernsehapparat, sondern sicher hier in dieser Küche bei allen Mädchen, die guten Willens sind, fleißig und gründlich zu lernen.

Ein nicht minder wichtiges Anliegen ist uns die Erziehung zur Gesundheit. Darum begrüße ich warm alles, was hier der körperlichen Ertüchtigung dient. Schauen Sie unseren Kleinsportplatz, die Gymnastikwiese. Für die Kleinen wird ein Klettergarten werden!

Zukunftsmusik ist uns die Turnhalle, die aber schon einen sichtbaren Anfang genommen hat. Fröbel hat einmal gesagt: “Bei der Erziehung muß man etwas aus den Menschen herausbringen, nicht nur hinein!“ Wieviel schlummernde Kräfte werden allein hier durch echte sportliche Betätigung geweckt und wieviel Freude am Schönen wird gefördert. Aber auch der Wille wird geschult werden müssen, all die schönen Dinge zu hüten und zu schonen für die vielen, die nach uns diese Schule besuchen werden.

Zu eben dieser Zeit verlieren Tausende von Eltern und Kindern im Osten unseres deutschen Vaterlandes Existenz und auch eine schöne Heimat; zu eben dieser Zeit, da wir uns anschicken, ein so reiches schönes Heim in unsere Obhur zu nehmen. Möge es uns gnädig erhalten bleiben!

Möchten wir aber auch heute neu den großen Auftrag Gottes erkennen, unsere Kinder recht zu erziehen und „damit der Zeit begegnen, wie sie uns ruft“

(Shakespeare ).

Nach dem Choral „Großer Gott, wir loben Dich“ besichtigten alle geladenen Gäste das so praktisch gebaute und in den Farben wohl ausgewogene Haus. Besondere Beifall fand die große und helle Schulküche.

Einer Einladung der Gemeinde folgten alle Gäste gern und stärkten sich bei A. Schaack..

Am Sonntag war die Schule für alle Harheimer geöffnet. Auch die Badeanlage konnte besichtigt werden.

Montags folgte im Anschluß an die Segnung der Kruzifixe die kirchliche Weihe des Schulhauses.

Jede Klasse hatte 3 Vertreter gewählt, die ihr Klassenkreuz ehrfürchtig zur Weihe bereithielten.

Meine Worte:

„Wir beginnen den ersten Tag des neuen Schuljahres im neuen Haus mit der Segnung der Kreuze und aller Räume, wie es in jeder katholischen Familie Brauch ist. An Gottes Segen ist alles gelegen!

Dieser Segen strömt uns vom Kreuz herab; es ist das Zeichen des erlösten Christen ( Hinweis auf Missionskreuz, Friedhofskreuz, Feldkreuz, Kreuz als Anhänger, Kreuz am Rosenkranz ).

Im Schatten des Kreuzes beten und arbeiten wir,

Im Segen des Kreuzes leben und sterben wir.

So sollen diese Kreuze Ausdruck sein dafür, daß wir eine Schule auf christlicher Grundlage sind.

Das Kreuz sei der tiefste und edelste Schmuck unseres schönen, neuen Schulhauses.“

Danach segnete Herr Pfarrer Sommer alle Kreuze.

Das folgende Gedicht, vorgetragen von der Oberklasse, leitete über zur Weihe des Hauses.

„Erstes Wort in diesem Haus!

Muß das nicht ein gutes sein?

Daß es tief sich brennet ein

Wie ein Siegel, klar und rein?

Erstes Wort in diesem Haus!

Bisher Hammerschläge klangen.

Bräutlich harrt’s nun voll Verlangen,

soll die Weihe jetzt empfangen.

Erstes Wort in diesem Haus!

Viele Menschen sind erschienen,

ist ein Flüstern unter ihnen:

Wie wohl werden sie beginnen?

Erstes Wort in diesem Haus!

Über diesem Bau wird’s wagen,

Menschen werden’s weiter tragen ---

Luft erfüllt’s mit bangem Zagen.

Erstes Wort in diesem Haus!

Nein, kein Wort mit Sturmgebraus;

Still und einfach kling‘ es uns:

Herrgott, segne Du dies Haus!“

Darauf ging Herr Pfarrer Sommer segnend von Saal zu Saal.

Alsdann läutete zum erstenmal die elektrische Schulschelle:

Das Schuljahr 1960/ 1961 hatte begonnen!

(2.5.1960)

Ursula Wink trug das folgende Gedicht vor:

„Wir treten in ein neues Schuljahr ein,

behutsam wie auf unbekannten Wegen;

doch wollen all wir frisch und munter sein.

Wir meistern es, wenn wir uns fleißig regen.

Wir haben gern im alten Haus geschafft,

warum soll’s denn im neuen nicht gelingen?

Stets, wo ein Wille ist, wächst auch die Kraft

Das, was man von uns fordert, zu vollbringen.

Nicht für die Schule lernen wir allein.

Wir lernen doch für uns und für das Leben.

Drum wollen wir der Schule dankbar sein

Für alles, was sie Gutes uns will geben.

Wir wollen froh an uns’re Arbeit gehen.

Wer seine Pflichten recht erfüllt, kann lachen.

Dann werden vor uns selber wir bestehn,

den Lehrern und den Eltern Freude machen.

Nur frisch ans Werk! Wir stehn ja nicht allein.

Gemeinsam wollen wir die Kräfte regen,

dann wird das neue Jahr von Nutzen sein.

Den Fleißigen geb‘ Gott Erfolg und Segen!“

Klassenweise zogen die Kinder mit ihren Lehrern in die neuen Säle.

Am 2.5.1960 hatten wir 206 Kinder:

92 Knaben und 114 Mädchen.

kathol.: 173, ev.: 33

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Schule in den 30er und 40er Jahren von Monika Labisch und Baerbel Hoelscher

In den 30er und 40er Jahren war die Einschulung noch keine so feierliche Angelegenheit wie heute. Falls die Eltern keine Zeit hatten, wurden auch schon mal die größeren Geschwister zur Einschulung mitgeschickt. Auch waren die Schultüten nicht so reichhaltig gefüllt. Darin befanden sich Schreibsachen für die Schule und etwas Obst.

Früher wurden in Harheim die Kinder bis zur 8. Klasse unterrichtet. Da die Schülerzahl noch nicht all zu hoch war, wurden in einem Klassenraum die 1. und 2. Klasse, die 3., 4., 5. und 6 Klasse als auch die 7. Und 8. Klasse zusammen unterrichtet.

Zwei Lehrer wohnten in der Schule, was praktisch war, denn wenn die eine oder andere Schülerin mit ihrer Arbeit fertig war, konnte sie für die Frau vom Lehrer einkaufen gehen.

Vor Unterrichtsbeginn wurde regelmäßig jeden Morgen 5 Minuten Gymnastik auf dem Schulhof gemacht. Unterricht war von morgens um 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr und das von Montags bis einschließlich Samstags. Kommunionkinder mußten zusätzlich noch zweimal wöchentlich vor der Schule in die Kirche gehen. Erschien ein Kind unentschuldigt nicht zum Unterricht, wurde es vom Ortsdiener zur Schule gebracht.

In der ersten Klasse schrieb man mit Griffel auf einer Tafel, erst später benutzten die Kinder Schreibfedern. In den Tischen gab es vorne eine Vertiefung, in der das Tintenfaß stand. Dort mußte der Federkiel in regelmäßigen Abständen eingetaucht werden, damit man wieder schreiben konnte. Manche Schuljungs benutzten dieses Tintenfaß allerdings auch um darin die Zöpfe einer in der Vorderreihe sitzenden Mitschülerin einzutauchen.Alle 14 Tage wurde ein Aufsatz geschrieben. Für jeden Fehler bekam man einen Schlag mit dem Rohrstock auf die Finger.

An manchen Tagen mußten die Kinder auch nachmittags in die Schule zum Sport- oder Handarbeitsunterricht. Sportunterricht fand immer im Freien satt, nämlich auf dem alten Sportplatz, wo heute der Pudelclub ist. Im Sommer ging man zum Schwimmen zur Nidda, wo manches Harheimer Kind schwimmen lernte oder seinen Frei-oder Fahrtenschwimmer machte.

War allerdings Erntezeit, gab der Lehrer auch schon mal den einem oder anderen Kindern nachmittags frei, damit sie den Eltern bei Arbeit helfen konnten.

Ausflüge wurden damals wie heute gemacht, allerdings mit dem kleinen Unterschied, dass die meisten Wege zu Fuß zurückgelegt wurden. So ging man z.B. zu Fuß zur Saalburg.

Im Sommer sammelten die Kinder mit den Lehrern Kräuter und legten diese i

m Schulgebäude auf dem Dachboden zum Trocknen aus. Die Mädchen aus den Klassen mußten die Kräuter täglich wenden. Waren diese dann ganz getrocknet, brachten die Buben die Kräuter nach Bad Vilbel. Es wurde dann Tee für die Soldaten daraus hergestellt.

Schule Anfang der 60er Jahre

Anfang der 60er Jahre war die Einschulung schon im April und feierlicher wie früher. Die Schultüten wurden noch nicht selbst gebastelt so wie heute und ihr Inhalt bestand aus Naschereien und Schreibuntersilien für die Schule.

In der neuen Schule gab es auch schon pro Jahrgang eine Klasse und die Kinder konnten bis zur 9. Klasse die Harheimer Schule besuchen.

Am Anfang wurde noch auf einer kleinen Tafel geschrieben. Jedes Kind hatte an seiner Tafel einen kleinen selbstgehäkelten Lappen und ein Schwämmchen.

Morgens wurde mit der Lehrerin in der Klasse ein Morgengebet gesprochen. Dabei mußte immer alles ganz akkurat zugehen. Es waren in dieser Zeit auch keine Toilettenbesuche erlaubt, so dass es schon mal passierte dass jemand die Kontrolle über seine Blase verlor und die restlichen Stunden mit nasser Hose im Unterricht verbrachte.

Alle Kinder mußten morgens in der Klasse Hausschuhe anziehen. Dafür hatte jeder Schüler extra einen Beutel, worin diese aufbewahrt wurden.

Schüler die Meßdiener waren gingen 2 x pro Woche vor dem Unterricht so gegen 7.00 Uhr morgens in der Kirche . Nach der Kirche mußten sie sich dann sputen, um noch pünktlich in die Schule zu kommen.

Von der Lehrerin Frl. Haag wurden am Anfang des Unterrichts kleine bunte Tabletten an die Kinder verteilt. Die gelben waren besonders beliebt. Es handelte sich dabei offensichtlich um Zahntabletten.

Sonntags hatten die Kinder alle in der Kirche zu erscheinen. Hier saßen sie klassenweise in den Bänken und innerhalb der Klasse noch getrennt nach Mädchen und Jungen. Lediglich Fr. Haag hatte einen festen Platz, der auch mit einen Schildchen gekennzeichnet war.

Für die Kinder gab es in den Schulpausen Milch und Kakao zu trinken. Dies mußte wochenweise vorbestellt und wurde dann in den Klassen ausgeteilt. Zu dieser Zeit gab es auch Schulsparen - Kinder brachten Geld in Tüten mit in die Schule. Für das Geld bekamen sie Märkchen ausgehändigt, die in ein Heft von einer Sparkasse stammend eingeklebt wurden. Am Ende der Schulzeit hatten so manche Kinder ein kleines „ Vermögen „ zusammengespart.

In den Anfangszeiten der Harheimer Gundschule gab es auch eine kleine Schulbibliothek, die während den Pausen geöffnet war. Der Schulsport fand draußen auf dem Schulsportplatz statt, bis später dann die Turnhalle gebaut wurde. Im Keller der Turnhalle befand sich dann auch der Werkraum.

Nach Schulschluß wurde nicht immer gleich der Heimweg angetreten. In der heutigen Straße „ Zur Untermühle „ befand sich in der Mitte ein kleiner Abwassergraben, in welchen die Küchen und Badeabwässer der Häuser eingeleitet wurden. Dieser Graben wurde von so manchen Kindern als Mutprobe übersprungen, wobei der eine oder andere auch mal „ baden „ ging.

Für ihre Mithilfe und Informationen bedanken wir uns bei:

Greta Dewald, Lotte Fritz, Elli Hölscher, Gustel Labisch,Heinz Labisch, Werner Menges, Betti Müller, Anneliese Quirin und Dieter Quirin

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Harheimer Schulwesen im Rückblick von Dagmar Wendler

Sieht man sich Harheims Schulhaus an, so hat man ein großes, helles und freundlich aussehendes Schulgebäude vor sich. Das war nicht immer so. 1654 verfügte die Gemeinde über ein kleines "Schulhäusgen vor der Oberpforte", der damaligen Obergasse, der heutigen Korff﷓/ Spitzenstraße, vor dem Ortsausgang in Richtung Bonames. Es wird noch 1808 als gemeines Häuslein geführt. Ein Schulmeister findet erstmals 1625 Erwähnung.

Es wird schon vor ihm welche gegeben haben. Den frühesten Ort des Unterrichts können wir am Platz der karolingischen Urpfarrei Crutzen ( ad crucem, beim Kreuz ) des Klosters Fulda im Kalbacher Feld annehmen. Im Jahre 754, nach der zweiten Nachtrast des Leichenzuges auf dem Weg von Mainz nach Fulda mit den Gebeinen des Bonifatius, des Apostels der Deutschen und Bischofs von Mainz, ließ das Kloster Fulda dort eine Kirche errichten. Zu ihr gehörte neben anderen umliegenden Gemeinden vermutlich auch der Sprengel Harheim, ehe er der 1297 erwähnten Pfarrkirche in Bonames zugeschlagen wurde.

Der 1625 erwähnte Lehrer war zugleich Gerichtsschreiber, also Schreiber des Ortsgerichts, und Glöckner. Da sein Lohn zum Leben Mitte des 17. Jahrhunderts kaum ausreichte, erhielt er von der Gemeinde, vertreten durch Schultheiß und sieben Schöffen, noch 18 Florin ( Gulden zusätzlich, nicht aus Gerechtigkeit, sondern aus Gnaden und Gott zur Ehre, also ohne

Anerkennung einer Rechtspflicht. Auf Schulmeister Johann Jörg folgte 1680 Johann Philipp Holtz. Seine schön geschriebenen Urkunden sind noch erhalten. Seine Lohnforderung in Höhe von 3 Fl. Schreiberlohn beschied die Gemeinde abschlägig mit den Worten: "Er schreibt zu viel." Von 1705 bis 1828 trugen die Lehrer die Namen Adam Frey, Johann Frey, Peter Frey, Johann Adrian Frey und Johann Peter Frev. Über 100 Jahre bekleidete die Familie Frev, "Schulhannese" genannt, das Lehramt in Harheim.

Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Schule in das Haus Erbsengasse 4 in der heutigen Winkelgasse verlegt. Es lag gegenüber dem ehemaligen Dinghof der Herrschaft Königstein (Alt Harheim 2 ). Die viel zu kleine Schulstube mussten die Kinder im Winter aus Mangel an Holz mit der Lehrersfrau und deren Magd teilen. Die Lehrerwohnung im oberen Stock bestand aus einer Stube und zwei Kammern, ohne Küche. Pfarrer Brunner machte dem Schulinspektor in Höchst Mitteilung von den unzulänglichen Harheimer Schulverhältnissen. Justizrat Brückner, der Erwerber des ehemaligen Dinghofs, hatte seinem Patenkind, dem Lehrersohn Anselm Frey, ein Stück Garten geschenkt. Die Gemeinde tauschte diesen als neuen gegen den früheren Schulgarten.

Auf Lehrer Johann Peter Frey folgte 1828 Simon Mardner und 1832 Lehrer Matthias Venino. Ab 1828 fanden jährlich zwei Mal Prüfungen der Ober﷓ und Unterklasse vor dem Schulinspektor in Höchst in Gegenwart des Schulvorstandes statt. Diesem stand der Pfarrer und, seit 1912, der Bürgermeister vor. Erst 1842 wurde eine zweite Lehrerstelle an der Schule mit 135 Kindern eingerichtet. Der Sold des Lehrers betrug inzwischen 200 Fl. jährlich, der des Lehrgehilfen 150 Fl. Von der nassauischen Regierung wurde dem Lehrer gestattet, zwei Milchkühe auf den Wiesen der Gemeinde zu halten.

Am 29. Juli 1846 wankten Tische und Bänke im Schulhaus wegen eines Erdbebens. 1922 wiederholte sich dies am 17. November. 1836 ersteigerte die Gemeinde den Dinghof von den Eheleuten Korf und errichtete darin 1838 auch ein Schulhaus.

Mit Friedrich Quirin, dem jüngsten Sohn des Schultheißen Johann Martin Quirin, kam 1850 wieder ein Lehrer aus einer Harheimer Familie an die Schule. Er versah seinen Dienst als Hauptlehrer bis 1896, also 46 Jahre lang. Er bewohnte ein kleines, niedriges Häuschen am Dinghof, das bis 1902 stand.

Die Großherzogliche Hessen﷓Darmstädtische Kreis﷓Schulkommission des Kreises Bad Vilbel übernahm 1867 die Schulprüfungen und 1875 die des Kreises Friedberg. Es war eine Zeit großer Armut, der mehrere Familien durch Auswanderung nach Amerika zu entgehen suchten, Die Zahl von 165 Schülern im Jahre 1850 sank daher bis 1867 auf 138 Schüler und stieg erst 1872 auf 150 und bis 1902 auf 186 Schüler an. Trotz Überfüllung der Unterklasse mit 93 Schülern lehnte die Gemeinde 1898 eine dritte Lehrerstelle aus Kostengründen ab. 1901 kam en die Schulumstände auf der Kreislehrerkonferenz zur Sprache, als 100 Kinder die Unter﷓ und 81 die Oberklasse füllten. Das führte 1903 zur Besetzung der dritten Lehrerstelle mit Karl Braun neben dem Hauptlehrer Anton Link ( von 1897 bis 1928 ) und Lehrer Jakob Landvogt, Hauptlehrer von 1928 bis 1947. Nun hatte die erste Klasse 68, die zweite 46 und die dritte 72 Schüler. 1900 war die Zahl der evangelischen Harheimer im katholischen Dorf auf 45 angewachsen, so dass die Pfarrei Nieder ﷓ Erlenbach wöchentlich einen zweistündigen Religionsunterricht in der Harheimer Schule einrichtete. 1916 stieg die Schülerzahl auf 202. Sie sank bis 1928 auf 125 und stieg bis zum 2. Weltkrieg auf ungefähr 150, bis 1965 auf 240 Schüler an.

1947 wurde die erste Lehrerstelle von Peter Sahner übernommen. 1949 wurde von Darmstadt die vierte Lehrerstelle genehmigt. Im gleichen Jahr übernahm Jakob Völkner die erste Lehrerstelle. Ihm folgte von 1951 bis 1963 Elisabeth Haag. In ihre Zeit fällt die Errichtung des heutigen Schulgebäudes im Jahre 1960, als die Schülerzahl infolge des Zuzugs von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen die Zahl 200 überschritten hatte. 1962 folgte der Bau einer Schulturnhalle. 1964 übernahm Jakob Christ das Amt des Schulleiters. Ihm folgte der seit 1960 in Harheim tätige Lehrer Hermann Neuesüß bis 1995. Die Oberstufe (5. ﷓ 9. Klasse) wurde 1968 durch Beschluss der Gemeindevertretung an den Mittelpunktschulverband in Nieder ﷓ Eschbach angeschlossen. Seit 1973 besteht neben acht Klassen für die ersten vier Jahrgänge auch eine Vorklasse. 1983 wurden ca. 160 Kinder von acht hauptamtlichen Lehrern und zwei Pfarrern unterrichtet. Frau Brigitte Gaiser übernahm 1995 die Schulleitung. Es bestehen weiterhin neun Klassen, einschließlich der Vorklasse, mit derzeit insgesamt 170 Kindern.

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